Dienstag, 29. September 2015

Man lebt sich ein!

Nun sind schon ein paar Wochen seit dem ersten Blogeintrag vergangen und es ist so einiges passiert. Man baut Beziehungen auf zu Lehrern, Schülern und anderen Personen aus Coffee Bay.
Zuerst zur Schule: Anfangs hatten wir nur die Jahrgangsstufen (Grades) 4-7. Die Schüler sind in etwa zwischen 10 und 16 Jahren alt. Hier spielen wir diverse Spiele wie zum Beispiel Völkerball oder Brennball (isiXhosa: umlilo ball). Die Kommunikation läuft hier auf Englisch mehr oder weniger problemlos. Jetzt haben wir auch - nach einigem Nachhaken - die jüngeren Klassen. Sie sind in etwa zwischen 5 und 9 Jahren. Dieser Unterricht gestaltet sich aber ein wenig schwieriger, als mit den älteren Klassen, da hier kaum einer auch nur ein Wort Englisch spricht. Manchmal, wenn die älteren frei haben helfen sie uns und übersetzen in isiXhosa. Da das aber nicht immer der Fall ist schlägt man sich mit Händen und Füßen durch. Das ist zwar nicht immer ganz so einfach, macht aber sowie uns als auch den Schülern unglaublich viel Spaß! Das wir nun mehr Klassen unterrichten gab uns das ebenfalls die Möglichkeit die Lehrer zu fragen ob wir unseren Stundenplan nochmal neu besprechen können. Der bisherige hat sich nicht wirklich durchsetzen können. An manchen Tagen kommt man zur Schule und kann die Klassen nicht bekommen, weil der jeweilige Lehrer aus diversen Gründen jetzt auf jeden Fall genau diese Stunde brauch! An anderen Tagen dagegen sind in der ganzen Schule nur zwei oder drei Lehrer anwesend und man kann sich praktisch die Klasse aussuchen, die man jetzt unterrichten möchte. Aber auf genau das wurden wir ja auch vorbereitet und wir haben auch nichts anderes erwartet. Man ist also gespannt wie das Abenteuer 'Stundenplan' jetzt weiter geht.
Nachmittags trainieren wir im Moment zwei Mädchenfußballmannschaften. Einmal die Mädchen aus Grade 4 und 5 und einmal die aus Grade 6 und 7. Das Projekt haben wir von unseren Vorgängern weitergeführt und die Mädels sind mit großer Begeisterung bei der Sache. Selbst wenn ab und zu mal die Emotionen hoch kochen und kein Training ohne eine kleine Prügelei vergeht,  haben sie doch alle großen Spaß! 
Außerdem versuchen wir den Jungs nachmittags etwas Volleyball bei zu bringen. Bei unserem ersten angesetzten Termin sind allerdings nur zwei Jungs gekommen. Aber auch davor wurden wir gewarnt. "In Afrika braucht alles seine Zeit!".
Auch die Arbeit im Kinderheim macht uns großen Spaß. Die Besitzer Elroy und Eureke sind unglaublich nette Menschen und freuen sich über jede Unterstützung. Wir helfen dort einfach gerade da, wo Hilfe gebraucht wird. Das geht von buddeln für ein Fundament über Sortieren der Vorschulsachen bis hin zum Äpfel schälen. Und wenn gerade nichts an steht machen wir Sport mit den Kindern, spielen Klavier und Gitarre oder singen.
An den Wochenenden bleibt dann etwas mehr Zeit für Freizeitaktivitäten. Wir lernen die Bewohner Coffee Bays kennen, lassen uns ein bisschen durch die Gegend führen und werden langsam ein Teil der Community. Letzten Samstag sind wir mit einem Einwohner zum Mapuzi River gewandert. Die Wanderung dauert eigentlich so in etwa eine Stunde, aber wenn man - wie wir - alle 5 Minuten eine Pause machen muss um die traumhafte(!) Aussicht zu bewundern,  kann sich das auch schon mal zweieinhalb  Stunden lang ziehen. Auf dem Rückblick wurden wir dann durch einige Hütten der Einwohner geführt und uns wurde gezeigt,  wie hier so gelebt wird. Dabei wurde uns auch direkt ein Riesenbündel Spinat geschenkt. (Die Gastfreundschaft hier ist wirklich beachtlich!). Das war ein wirklich beeindruckender und interessanter Ausflug. 
Man lebt sich also so langsam ein!

Chop Chop (=Alles gut!)
Liebe grüße aus Coffee Bay!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen