Dienstag, 25. August 2015

Die ersten Tage

Nach einer Woche Südafrika finde ich jetzt das erste Mal etwas Zeit für einen Blogeintrag.
Nach dem 9 1/2 stündigen Flug aus Frankfurt nach Johannesburg und einem zweiten deutlich kürzeren Flug waren wir in East London angekommen. Dort wurden wir von unseren Verantwortlichen abgeholt und verbrachten unsere erste Nacht in East London. Das letzte Mal alleine in einem Zimmer schlafen für ein Jahr...
Am nächsten Morgen brachen wir früh Richtung Bulungula auf um 2 ehemalige Freiwillige von dort abzuholen und das Gepäck von Moritz und Paul (die beiden neuen Freiwilligen für Bulungula mit denen wir geflogen sind) abzuliefern.  Bereits auf der (mehr aus Schlaglöchern bestehenden) Straße waren wir (die Freiwilligen aus Coffee Bay: Elias, Lea, Bella und ich, und Moritz und Paul) völlig sprachlos. Auf die Lebensweise hier  (teils ohne Strom und fließend Wasser im Haus) wurden wir zwar vorbereitet, aber alles selber zu sehen und zu erleben ist ein komplett anderes, überwältigendes Gefühl!
Danach fuhren wir alle zusammen nach Coffee Bay und endlich konnten wir unsere Wohnung für ein Jahr betrachten. Es sind 2 Rundhütten mit Strohdach (Hier schlafen wir; ich schlafe mit Elias in einem Raum), die durch einen Eingangs- und Küchenbereich miteinander verbunden sind.
Am nächsten Morgen wurden wir in den Schulen vorgestellt. Bella und ich lernten die Schulleiterin und den einzigen Sportlehrer an der Coffee Bay Junior Secondary School kennen und Elias und Lea das Kollegium an ihrer Schule (Mount  Packard). Alle hier sind unglaublich herzlich und jeder wird direkt umarmt zur Begrüßung.
Danach statteten wir dem hiesigen Kinderheim noch einen Besuch ab, in dem wir nachmittags immer helfen können, wenn wir Zeit haben.
Abends waren wir mit unserem Vermieter verabredet, der in Coffee Bay einen "Backpacker" leitet. Das ist eine Art Bar/Restaurant, die ebenfalls Wohngelegenheiten für Rucksacktouristen bietet. Auch hier waren alle unglaublich freundlich und herzlich.
Am Tag darauf bekamen wir in der Schule unseren Stundenplan, konnten die Kinder schon einmal sehen, wurden herumgeführt und allen übrigen Lehrern vorgestellt. Außerdem wurden wir zu einem Sportturnier eingeladen, dass am nächsten Tag an einer anderen Schule stattfinden sollte.
Da die Mount Packard etwas weiter weg, deswegen zu Fuß kaum zu erreichen ist und wir erst ab Samstag unser Auto bekommen sollten, begleiteten Elias und Lea uns am Donnerstag zu dem Turnier. Hier haben wir dann die sogenannte "African Time" hautnah erfahren. Am Mittwoch wurden wir des Öfteren darauf hingewiesen möglichst pünktlich zu sein, da Punkt 8 Uhr morgens Abfahrt mit den Taxen war. Wir waren also - wie tugendhafte Deutsche ;) - pünktlich um 5 vor 8 vor Ort. Leider waren wir die Einzigen bei der Schule. Um 15 nach 8 trudelten dann die ersten Lehrer und Schüler ein. Gegen halb 9 waren dann alle bereit zum morgendlichen Gebet. Dann wurden sich Plätze im Taxi gesucht. Das gestaltete sich aber als äußerst schwierig, da jeder Schüler noch mehrmals überprüfen musste, ob er denn auch wirklich den idealen Sitzplatz gefunden hat. So gegen 9 ging es dann tatsächlich los. Unsere Vorfreude auf das erste Turnier wurde dann aber noch etwas in die Länge gezogen, da wir noch eine Stunde beim Supermarkt verbringen  mussten, bis alle ausreichend versorgt waren. Als wir dann endlich am Ziel angekommen waren, wurden erstmal alle mit ausreichend Essen versorgt. Erst danach konnte der sportliche Teil beginnen. Es wurden Fußball, Netball (ähnlich wie Basketball) und Softball (ähnlich wie Baseball oder Brennball) gespielt. Wir haben also die afrikanische Kultur direkt intensiv erfahren dürfen. :) Den Tag darauf mussten wir nach East London um unser Auto für dieses Jahr abzuholen.
Am Montag hatten wir dann unsere ersten Schulstunden nach Stundenplan. Es war am Anfang ein heftiges Chaos aber man findet sich langsam zurecht und wenn man die ersten Sätze IsiXhosa spricht geht alles deutlich einfacher (nur die älteren Schüler sprechen Englisch). Wir genießen im Moment das Neue und Unbekannte und versuchen uns darauf einzulassen und uns einzuleben...

Siphilile  (=Uns geht's gut),
Liebe Grüße aus Coffee Bay!

1 Kommentar:

  1. Hey Noah,
    schöner Eintrag. Freue mich auf mehr... Bleib so gelassen wie Du bist!

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